Die Sage von der Entstehung von Strudel und Wirbel

Darstellung vom Donaustrudel und Wirbel aus dem 19. Jahrhundert.
Darstellung vom Donaustrudel und Wirbel aus dem 19. Jahrhundert (Bildquelle: Stadtgemeinde Grein)

Autor: Karl Hohensinner

Variante von Julius Aichberger
Julius Aichberger war Bürgerschuldirektor und Bezirks-Schulinspektor in Linz.



Einst wollte der Teufel quer durch die Donau eine Steinmauer aufführen, damit viele Schiffe und Menschen zugrunde giengen. Schon war er mit seinem nächtlichen Werke fast zu Ende, es fehlte nur mehr der Schlußstein. Da krähte der Hahn und vereitelte sein Unternehmen. Voll Wut und Grimm warf er den letzten mächtigsten Felsbrocken, welchen er eben herbeischleppte, weit hinter sich, so daß das Flußbett ein Loch bekam und unterhalb eine Felseninsel entstand, jenes der Strudel, diese der Hausstein mit dem Wirbel genannt. Bald darauf kam eine Zille mit Wallfahrern die Donau herab und verunglückte an der gefährlichen Stelle. Doch der Böse bekam nur eine Seele, die übrigen fieng die Gottesmutter Maria mit ihrer Schürze auf.


Aus dem Buch "Donausagen aus dem Strudengau. Das Oberösterreichische Sagenbuch", Band 2 von Hohensinner, Karl. (Kap. 6.3, S. 149)

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